Karte wischen: wiederholen oder ich weiß
Vokabeln lernen App
Eine Karteikarte, die du nur erkennst, ist noch keine Karte, die du sagen kannst. Trotzdem ist das Wischen der schnellste Weg, den Stapel ehrlich zu machen. Wiederholen. Oder: ich weiß. Zwei Gesten. Kein Ratespiel mit vier Feldern.
In dieser Vokabeln lernen App bleibt der Beispielsatz auf der Karte stehen. Du wischst nicht ein nacktes Wortpaar weg und glaubst, der Artikel komme schon irgendwie mit. Der Satz ist der Grund, warum das Tempo überhaupt erlaubt ist. Schnell ja. Leer nein.
Was die zwei Gesten wirklich bedeuten
„Wiederholen“ heißt: heute nicht sicher. Die Karte bleibt im Umlauf. „Ich weiß“ heißt: ich kann sie sagen, nicht nur nicken. Wenn du „ich weiß“ drückst, obwohl du den Artikel geraten hast, belügst du den Kalender. SRS merkt sich das. In ein paar Tagen kommt die Karte höflich zurück, und du ärgerst dich über dich, nicht über die App.
Ich drücke „ich weiß“ nur, wenn ich den Satz laut gesagt habe. Leise im Kopf zählt nicht. Der Mund ist langsamer als der Daumen. Das ist der Punkt.
Tempo ohne Hektik
Zwanzig Karten in zehn Minuten sind in Ordnung, wenn jede einen Satz hatte. Zweihundert am Sonntag sind eine Ausstellung. Am Montag ist der Stapel beleidigt und du auch. Lieber eine kurze Runde an vier Tagen als ein Heldentag. Das Widget auf dem Startbildschirm zeigt die fällige Zahl. Es lobt nicht und schimpft nicht. Eine Zahl.
Bekannte Wörter müssen aus der Runde
Der häufigste Betrug beim Wortschatz üben: alles bleibt im Stapel, auch das, was seit Wochen sitzt. Dann siehst du immer dieselben leichten Karten und fühlst dich fleißig. In DeutschSprechen fallen Wörter, die du als gewusst markierst, aus der aktiven Runde. Sie wandern Richtung Archiv, wenn sie wirklich sitzen. Die Lücken bleiben.
Das fühlt sich am Anfang ärmer an. Der Stapel wird kleiner und gemeiner. Gut. Du arbeitest an dem, was wackelt, nicht an dem, was du schon auf dem Kühlschrank lesen kannst.
Satz bleibt sichtbar
Beim Wischen will das Auge nur das eine Wort. Zwisch den Blick nach unten. Präposition, Verb, Endung. Wenn der Satz „trotzdem“ an der falschen Stelle hat und das dein Problem ist, schreib eine Notiz an genau diese Karte. Nicht in ein zweites Heft, das du nie öffnest. Die Notiz reist mit der Karte mit.
Über fünftausend Beispielsätze liegen nach Niveau sortiert bereit. Du musst sie nicht alle diese Woche anfassen. Du musst die anfassen, die zu deinem Level gehören und die du diese Woche sagen willst.
Nach dem Wischen der eine Satz
Die Karte ist nicht das Gespräch. Nach acht Karten nimm eine mit in die KI oder in die Sprachgruppe. Dieselbe Formulierung, nicht eine mutigere. Wer nur wischt, hat einen aufgeräumten Stapel und einen stillen Mund. Wer wischt und einen Satz laut macht, hat beides.
Der Rhythmus dahinter ist der bekannte: ein Tag, drei, sieben, dreißig, neunzig. Du musst die Zahlen nicht auswendig. Du musst aufhören, neue Karten zu holen, wenn die fälligen über zwanzig stehen. Erst der Rückstand, dann Neues. So bleibt Wortschatz üben eine Runde und kein Lager.
Mehr zum Abstand steht beim SRS. Der Weg in der App: Übung.
Wenn du die Geste hasst
Dann ist das Limit zu hoch. Zehn ehrliche Karten. Nicht der Ehrgeiz von irgendwem im Internet. Die App lässt das Tagesziel klein. Nutz das. Ein volles Limit, das du nie triffst, ist nur ein rotes Zeichen. Ein kleines, das du triffst, ist ein Mittwoch, der stattgefunden hat.
Was ich weglasse
Keine Musik über den Karten, wenn ich die Endung hören will. Auto-Play ist ein anderer Modus, für die Hände woanders. Beim Wischen ist der Daumen schnell und das Ohr soll mitkommen. Eine Stimme reicht, die der Karte.
DeutschSprechen ist dafür gebaut: Karteikarten Deutsch, Satz sichtbar, bekanntes Wort weg, fälliges Wort zurück. Der Rest ist Disziplin, und die ist klein genug, dass sie in eine Bahnfahrt passt.